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Klappe halten? Besser nicht!

Klappe halten? Besser nicht!

Erst wenn es richtig weh tut, dann sagen wir etwas.

Bis dahin halten wir aus und schlucken unseren Ärger hinunter. 

Geht es Dir auch manchmal so? Du ärgerst dich über ArbeitskollegInnen, sagst aber nichts, sprichst nicht an, was dich stört und schleppst den Ärger mit dir herum? 

Warum fällt es uns so schwer, zu sagen, was wir möchten? 

 

Wir schweigen, obwohl wir ärgerlich sind oder sogar vor Wut platzen könnten. Wohin mit dieser kraftvollen Energie, dem Gefühl von Ärger und Wut? 

Wir schlucken es herunter, also bleibt es in uns und kann da weiter wirken und "wüten". So ein roter, stacheliger und heißer "Ärgerkloß" im Körper. Keine schöne Vorstellung. Man will nicht wissen, was der Kloß da alles anrichten kann!

 

Kopfweh

Migräne

Bauchweh

Durchfall

gereizter Magen

Rückenschmerzen – ein steifer Nacken?!

Schlaflosigkeit

Reizbarkeit und miese Laune

Nein Danke.

 

 

Was ärgert?

 

Gründe dafür gibt es eine Menge unter ArbeitskollegInnen. Zum Beispiel unterschiedliche Arbeitsweisen, kommunikatives Verhalten von Vorgesetzten und KollegInnen, das Agieren in Konflikten, das Verhalten gegenüber Kunden, was auch immer der Anstoß für Ärger ist... Meistens halten wir ihn aus. Wir nehmen ihn hin. 

Wenn Menschen in ihrer Arbeit voneinander abhängen oder miteinander in kleinen Teams Hand in Hand arbeiten, ist es sehr ärgerlich, wenn die Kommunikation nicht stimmt. Wenn zum Beispiel bei Fehltagen das Informieren darüber vergessen wird und gemeinsame Arbeit ins Stocken gerät. Darüber ärgern wir uns heimlich, aber dafür intensiv. 

Was hält uns davon ab, das Problem anzusprechen? Warum teilen wir uns nicht mit? 

  • Das regelt sich schon von selbst!
  • Da müssen die Kollegen von allein drauf kommen!
  • Wir scheuen die Reaktion.
  • Wir sind harmoniebedürftig und lächeln das Problem gequält weg.

Eventuell wurden zuvor schlechte Erfahrung gemacht, wenn ein Problem beziehungsweise eine Verärgerung spontan angesprochen wurde oder mit dem falschen Ton in einen "Kampf" gezogen wurde. Durch diese Vorgehensweise ist schnell ein handfester Konflikt entfacht.

"Sei doch nicht so kleinkariert, spießig, zickig oder überempfindlich!", können Reaktionen auf eine Ansprache sein. Das ist unangenehm, so möchte man natürlich nicht wahrgenommen werden. Durch die Ansprache werden Bedürfnisse offenbart. Zum Beispiel Wertschätzung oder Anerkennung, das Bedürfnis nach Nähe oder Distanz. Man offenbart einen sehr persönlichen Bereich seines Gefühlslebens. Man macht sich verletzlich. Davor haben viele Angst. Also wird lieber weiter der "Ärgerkloß" heruntergeschluckt. 

Der Vorteil einer offenen Ansprache 

  • Ein Problem ansprechen erleichtert
  • Schlechte Laune und persönliche Enttäuschungen belasten Partnerschaft und Familienleben nicht mehr
  • Mutig sein und persönliche Grenzen überschreiten, steigern das Gefühl des Selbstwerts 
  • Selbstbestimmtes Handeln macht unabhängig von der Willkür und Fahrlässigkeit beteiligter Personen
  • Angenehmes und gesundes Körpergefühl 

Auch unbeteiligte KollegInnen registrieren diese Haltung und honorieren eine offene, faire und direkte Ansprache.

Viel zu häufig erschwert ein unehrlicher Ton und Unmut, dem durch Lästern über Dritte Luft gemacht wird, das Miteinander am Arbeitsplatz.

 

 

Darauf warten, dass die Anderen etwas ändern?  

Meistens aussichtslos.

Habe ich oft und zwar ohne Erfolg ausprobiert.

 

Zu erwarten oder darauf zu hoffen, dass die andere Person in meine Gedankenwelt eintaucht und erraten kann, wie ich es lieber hätte... mal ehrlich, dass ist tatsächlich zuviel verlangt.

Auch wenn ich selbst einen rücksichtsvollen Stil lebe und mir das Gleiche von meinen Mitmenschen und ArbeitskollegInnen wünsche, erwarte ich nicht, dass die KollegInnen die gleichen Werte und Bedürfnisse haben, wie ich.

 

 

 

Meine Empfehlung für eine Ansprache:

  • Ich bitte um eine Verabredung zu einem Gespräch mit der Person, über die ich mich ärgere. Ich "überfalle" sie nicht unerwartet mit meinem Anliegen.
  • Ich organisiere einen geeigneten Platz, einen ungestörten Raum für das Gespräch. Ich führe es nicht irgendwo auf dem Flur oder zwischen "Suppe und Kartoffeln" :-)
  • Ich verabrede mich mit der betroffenen Person allein, um sie und mich zu schützen. 

1.Im Gespräch teile ich mit, was mir aufgefallen ist, was ich beobachtet habe. Dabei bemühe ich mich keine Wertung in meine Beschreibung zu legen. 2. Ich erkläre, wie ich mich damit fühle... 3. und welches Bedürfnis dabei eventuell nicht gestillt wird 4. Zum Abschluss äußere ich eine so genau, wie möglich formulierte Bitte. Damit stelle ich sehr sicher, dass mein GesprächspartnerIn, weiß, was er/sie tun kann, damit die Situation sich für beide Seiten verbessert.