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Unzufrieden im Job?

Unzufrieden im Job?

Damit bist du nicht allein. Eventuell tröstet dich das schon. Die Zugehörigkeit zu einer Vielzahl von Menschen, die unzufrieden im Job sind, löst das Problem jedoch leider nicht. Wenn das allerdings dein Wunsch ist, dann grübele nicht länger und beginne jetzt. Mit folgenden Schritten, habe ich sehr gute Erfahrungen gemacht. 

 

 

1. Definiere

und sammle all die Punkte auf einer Liste, die dich stören, verärgern und dich unzufrieden machen.

Dein Nutzen: Du bekommst Klarheit dazu, wo es Sinn macht zu verbessern, zu verändern und Zeit und Aufmerksamkeit zu investieren. Du vermeidest, dass die negative Wirkung und das unzufriedene Empfinden einzelner Aspekte, auf dein gesamtes Arbeitsleben überschwappen und dir am Ende alles vermiesen.

 

2. Ranking

Bringe die gesammelten Ärgerpunkte deines Arbeitslebens in eine Rangliste. Von eins bis … hoffentlich nicht so viele. Dabei ist an erster Stelle der Ärgerpunkt, der dich am meisten stört, an zweiter Stelle der, der etwas weniger beeinträchtigt usw.

Dein Nutzen: Klarheit dazu, womit du beginnen möchtest. Wobei du entscheidest, welcher Punkt das sein soll. Vielleicht tastest du dich langsam an kleinere Ungereimtheiten heran oder du nimmst dir den Aspekt mit dem größten Einfluss auf deine Zufriedenheit zur Brust. Wer hier wie vorgeht, ist erstens Typen abhängig und zweitens unabhängig vom Erfolg. Die Hauptsache ist, du beginnst überhaupt und legst dein Ranking nicht in die Schublade.

 

3. Aufspalten

Jetzt geht es richtig los!! Um das mit dem Beginnen zu erleichtern, spalten wir die Ärgerpunkte auf. Leg sie gedanklich wie ein Holzstück auf den Bock, nimm eine Axt und schlag den Ärgerpunkt entzwei ;-)

Wenn das gar nicht notwendig ist und zu brachial erscheint, verzichte auf die Axt und trenne die Ärgerpunkte in zwei Kategorien. Vielleicht zeichnest du dazu eine Tabelle mit einer Seite „Was kann ich tun“ und einer zweiten Seite „Das liegt nicht in meiner Hand“. Nimm nun nach und nach, jeden einzelnen Ärgerpunkt aus deinem Ranking und entwickele Ideen dafür, was du selbst in dieser Angelegenheit tun kannst. Wenn du hier unsicher bist, hol dir Verstärkung. Frag eine Freundin oder deinen PartnerIn, ob er/sie etwas sieht, was du doch tun kannst. Bedenke, wer sich wirklich Verbesserung wünscht, findet in der Regel eine Möglichkeit sich einzubringen. 

Dein Nutzen: Du schaffst dir Struktur und näherst dich deiner Lösung

 

Ein Beispiel: Der Weg zur Arbeit ist dir zu weit, zu unbequem, zu Zeit intensiv, zu…

Was kannst du tun, um diesen Ärger aufzuheben?

 

Eine Wohnung in der Nähe mieten
ein Zimmer in einer WG in der Nähe für die Arbeitstage suchen
im Wohnwagen oder Zelt übernachten
Bahn statt Auto (Zeit für private Belange nutzen)
Mitfahrgelegenheit suchen (Kontakte &Freundschaften knüpfen)
Neue Arbeitsstelle in der Nähe suchen
Homeoffice erfragen (vielleicht für eine geringe Stundenzahl)
Arbeitszeiten verändern, wenn möglich (einige Tage mehr Stunden arbeiten - dafür einen Tag die Woche frei)
Den Fahrtweg nutzen (Sprache lernen, Hörbücher konsumieren, Meditieren, Stille genießen, Pläne schmieden,…)
In Teilzeit wechseln und einen zweiten Job in Deiner Nähe finden

 

Was liegt nicht in deiner Hand?

Umzug der Firma an einen anderen Ort

Umbau der Autobahn und Aufhebung des Verkehrs

Veränderung von Fahrplänen

Starre Strukturen, die kein Entgegenkommen auf deine Bedürfnisse ermöglichen

 

Ergänze gerne!

Beschreibe nun für jeden Ärgerpunkt beide Felder.

 

Herausforderung in diesem Schritt: Bei Problemen mit Kollegen oder Vorgesetzten schiebe nicht einfach in die Kategorie „Liegt nicht in meiner Hand“. Überlege genau, was oder welches Verhalten dich an der anderen Person unzufrieden macht. Das bedeutet, wir spalten weiter auf. z.B. Der Chef schaut immer so herablassend oder grimmig. Frage dich, was daran kannst du selbst beeinflussen?  

 

 

4. Verändern üben

Üben. Du hast richtig gelesen. Veränderung kann man üben. Diese Aussage beinhaltet, dass du auch scheitern darfst und dich verbessern kannst. Damit nimmst du dir selbst den Druck und erlaubst dir viele Anläufe. Du wirst immer geübter, weißt immer genauer, was du tun und lieber lassen kannst. Du testest dein verändertes Verhalten auf deine Weise. Hier empfehle ich vorsichtig und behutsam zu sein. Falls die Axt noch in der Nähe liegt, bring sie vorab lieber in den Schuppen ;-) 

Beispiel: Der Chef, der so herablassend und grimmig schaut

 

Du hast erarbeitet, was du selbst tun kannst und beginnst damit. Du fragst dich, ob du ihm  einen plausiblen Grund für diesen herablassenden Blick lieferst und überprüfst dein eigenes Verhalten ihm gegenüber. Wie schaust du selbst? Wie ist deine Körperhaltung? Wie sprichst du mit ihm? Du stellst dich empathisch in seine Schuhe. Schaust in einen Spiegel. Du fragst dich, seit wann er so schaut und ob du Gründe für seine Blicke im Umfeld finden kannst. Wenn du schneller zum Ziel kommen möchtest, sprichst du ihn an.

 

Vielleicht wie folgt:

Liebe Frau/ Herr Chef, ich beobachte/ ich nehme wahr, dass Sie mich herablassend-grimmig ansehen. Das macht mich unsicher/traurig/ärgerlich/frustriert. Mein Bedürfnis nach Zugehörigkeit/Harmonie/Sicherheit/Klarheit hier am Arbeitsplatz ist so nicht erfüllt. Ich bitte Sie mir zu sagen, ob ich etwas tun kann/ob ich Ihnen Anlass dazu gebe…. 

Ungewohnt aber wirksam. Oder: Lieber Chef, ich bin ganz verunsichert und hoffe ich habe Sie nicht verärgert? Kann ich etwas tun,…

 

Das sind nur Beispiele für Kommunikationswerkzeuge. Generell gilt, eine authentische und passende Wortwahl zu finden, damit sich die andere Person ehrlich abgeholt und nicht provoziert fühlt. Es geht darum aufeinander zu zugehen. Dieses veränderte Kommunikationsverhalten fühlt sich zu Beginn ungewohnt oder absurd an. Je mehr diese neue Kommunikation mit der eigenen Persönlichkeit zusammenwächst, kommt sie beim Gegenüber richtig an.

 

 

 

 

5. Dein Einsatz bitte! 

Es geht um deine wertvolle Lebenszeit am Arbeitsplatz. Sei mutig und verteidige deine Zufriedenheit. Es ist deine Arbeit, Du hast sie irgendwann gewählt, weil du sie magst. Deine Arbeit ist ein Teil von dir. Also hat auch nichts und niemand dieses arbeitsglücklich® Gefühl fahrlässig zu zerstören.

Dein Nutzen: Zufriedenheit, Identifikation, Freude im Arbeitsleben, Gesundheit

 

 

Ich wünsche dir Freude beim Verbessern und bin sicher du kommst ein gutes Stück voran!

 

 

Arbeitsglückliche Grüße, Anne